Resilienz - mit Yoga die persönliche Widerstandskraft stärken

14. Sep 2018 | Claudia Eva Reinig | Yogainspiration

„Lass Dich nicht unterkriegen. Sei Frech und Wild und Wunderbar“

Das Spüren der Naturgewalten: Der wilde Ozean, zerklüftete Buchten, heisser Wind und karge, wüstenähnliche Landschaft. Ein wunderbarer Ort, die körperliche und auch psychische Widerstandskraft zu stärken. Yoga gibt mir Kraft und Beständigkeit, das kenne ich, wie ein Faden, der mich hält. Doch ich wage mich auch an Neues. Spüre die Gewalt des offenen Meeres beim Kiten und bin überwältigt, angesichts dessen, wie klein ich doch bin. Das lässt demütig werden. Beim SUP-Surfen werde ich unsanft in längere Waschgänge eingetaucht, das nimmt kein Ende, riesige Wellen, gefühlte mindestens zwei Meter hoch. Schneller paddeln, meint der Lehrer und Selbstvertrauen haben. Achjee... Hat er nicht gesehen, dass ich beinahe ertrunken wäre? Also gut... vorwärts, catch the wave... Wie lange wird es wohl dauern, bis ich die Welle reiten kann? Vielleicht ist das ja gar nicht so wichtig. Die Grenzen ausdehnen - ja, tue die Dinge, die du liebst.

Als Resilienz kann man die innere Widerstandsfähigkeit eines Menschen bezeichnen. Resiliente Menschen haben eine grosse innere Stärke, sind einfach unverwüstlicher, sie reagieren unempfindlicher auf psychische Belastungen wie Stress oder Frust und gehen flexibler mit Veränderungen oder schwierigen Situationen um. Man sagt zu dieser psychischen Widerstandsfähigkeit sogar „Immunsystem der Seele“. Es geht allerdings nicht darum, gefühllos zu werden und bedeutet auch nicht unverletzbar zu sein. Es geht darum, in schwierigen Situationen keinen bleibenden Schaden davon zu tragen und in der Lage zu sein, sich zu helfen oder sich helfen zu lassen.

Je robuster und widerstandsfähiger ich bin, desto eher gelingt es mir mit Misserfolg, Veränderungen, Rückschlägen, Krisen oder Konflikten umzugehen. Ja, man lässt sich einfach nicht unterkriegen. Komme was Wolle. Ein "seelisches Immunsystem“ das hilft, Krisen durchzustehen oder sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Jedoch ist die psychische Widerstandskraft bei Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die einen sind unverwüstlich, erholen sich rascher von Niederlagen und andere sind viel weniger stabil, anfällig für Krisen und können Stress und Druck nur schwer bewältigen.

Doch zum Glück - Resilienz lässt sich trainieren. Wie kann ich lernen, meine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen?
Hier findest du 5 Punkte, die beim Resilienztraining hilfreich sind:


1. Eigene Wertschätzung und positives Selbstbild

Yoga ist ein effektiver Weg zur inneren Stärke und zu höherer Belastbarkeit. Mit dem Aufbau eines kräftigen und auch flexiblen Körpers hilft mir Yoga ein positives Selbstbild aufzubauen und Vertrauen in meine Stärken und Fähigkeiten zu bekommen. Die Wertschätzung meiner eigenen Person macht mich unabhängiger von der Anerkennung durch andere. Somit bin ich mir meiner eigenen Fähigkeiten bewusst und kann mich selbst im positiven Licht sehen. Yoga Nidra kann hier mit dem Erkennen der ungünstigen Glaubenssätze und der Umformulierung in positive Glaubenssätze mithilfe vom Sankalpa enorm hilfreich sein.


2. Das tun, was dein Herz zum Klopfen bringt

Mein Leben wird kraftvoller, wenn ich Visionen umsetze und einen Lebensplan habe, der Freude macht. Gut für sich selbst sorgen gibt Widerstandsfähigkeit und stärkt die psychologischen Abwehrkräfte. Ich achte darauf, was mein Herz zum Pochen bringt und versuche meinen Wünschen mit Begeisterung und Freude zu folgen. Tue was dein Herz Dir sagt! Yoga hilft dir, dich und dein Leben in Einklang zu bringen


3. Beständigkeit und Ausdauer

Wenn ich etwas Neues lernen möchte oder etwas vertiefen möchte sind Beständigkeit und Regelmässigkeit grundlegende Voraussetzung. Gerade im Yoga und der Meditation sind Ausdauer und auch Beharrlichkeit sehr wichtig. Ein gewisses Mass an Disziplin, eine selbstbestimmte Ausdauer hilft, nicht sofort den Entschluss zu ändern, sich ständig von Zu- und Abneigungen leiten zu lassen und zu Charakterstärke. Es bedeutet sowohl, dass man bei seinen Vorsätzen bleibt, als auch, dass man über einen längeren Zeitraum eine Sache verfolgt. Beständigkeit gibt Resilienz, harte Zeiten und Phasen voller persönlicher Zweifel durchzustehen.


4. Kontrollüberzeugung 

Wenn jemand eine hohe Kontrollüberzeugung hat, glaubt er daran, über sein Leben selbst bestimmen zu können. Resiliente Menschen haben eine eher stark ausgeprägte Kontrollüberzeugung, d.h. sie führen Ereignisse, die passieren, stärker auf die eigenen Handlungen zurück. Beim Karma Gesetz spricht man von Ursache und Wirkung. Es sind eher die „Verlierer“, die glauben, sie hätten auf nichts und niemanden einen Einfluss. Sie sprechen von "Glück gehabt", "Pech gehabt" oder vom „Zufall“. Ganz sicher gibt es Lebensbereiche, auf die wir mehr Einfluss haben und andere, die wir weniger beeinflussen können. Die Überzeugung der Selbstwirksamkeit und zu wissen, Situationen beeinflussen und steuern zu können ist ganz wichtig für das eigene Wohlbefinden.


5. Soziales Netzwerk

Unterstützende Beziehungen mit Familie und Freunden sind eine wichtige Grundlage. Gute, positive Beziehungen helfen ein Gefühl von Sicherheit zu entwickeln und geben Ermutigung, auch dann, wenn die Zeiten schwierig werden. Das soziale Netz stärkt die psychische Widerstandsfähigkeit, doch wichtig sind die realen Freunde, die da sind, wenn man sie braucht und nicht nur „Facebook-Freunde“.

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