Die fünf Elemente im Yoga – Teil 1 Erde

3. Jul 2019 | Claudia Eva Reinig | Yogainspiration

Unsere biologische Existenz ist ein Tanz der fünf Elemente, die Maha Bhutas genannt. Man kann die Maha Bhutas (oder pancha mahabhutani) als Fundament des gesamten physischen Universums bezeichnen. Die Elemente Erde (Prithivi), Feuer (Tejas), Wasser (Apas), Luft (Vayu) und Raum (Akasha) sind die fünf Zustandsformen der Materie und zeigen sich als fest, flüssig, strahlend, gasförmig oder ätherisch. Sie haben jedoch auch psychologische Entsprechungen, die bestimmte Gefühlsqualitäten und geistige Zustände anzeigen. Auch wird jedes Chakra von den Elementen beeinflusst. Wenn du die Qualitäten der Elemente verstehst, kannst du das Wissen in die individuelle Yogapraxis einfliessen lassen und somit die Wirkungen der Yoga-Übungen auf den grob- und auf den feinstofflichen Körper besser deuten.

Für den Yoga ist jedes der fünf Elemente von Bedeutung. Beginnen wir mit der Erde, dem grobstofflichsten Element und bewegen uns dann (in weiteren Blogeinträgen) vom Grobstofflichen in die subtileren Bereiche. Ich mache dir jeweils Beispiele für Yogastellungen, Atemübungen, dem Seinszustand sowie weiteren energetischen Zuordnungen. Hier in diesem Blog gebe ich dir den Überblick über das Element Erde, seinen Ausdrucksbereich und wie du dieses Element in deiner Yogapraxis stärken kannst:


Element Erde

Sanskritname: Prithivi / Bhumi

Das Element Erde ist strukturgebend und drückt sich in Stabilität, Festigkeit und Beständigkeit aus. Die Erde steht für den Boden unter uns und bildet auf körperlicher Ebene feste Strukturen wie Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Haut, Gewebe, Haare usw. Erde verleiht dir das Gefühl von Kraft, Bodenhaftung und Halt sowie tiefes Vertrauen in das Leben. Erde gibt Gleichmut, Gelassenheit und Zufriedenheit und und lässt dich im Körpergefühl ruhen. Ein „Erd-Typ“ zeigt sich ausdauernd, geduldig sowie stabil und mit Verbindung zur materiellen Ebene. Muladhara Chakra, das Wurzel-Energiezentrum wird vom Erdelement dominiert.


Erde in der Yogapraxis stärken

1. Pranayama / Atemübung:

  • Vollständige Yogaatmung im Liegen oder Sitzen
  • Fokus auf die Ausatmung legen (Verlängerung)
  • Tiefe Bauchatmung
  • Durch den Mund ausatmen (Hahhh)
  • Lange Ausatmung und Vokal U ertönen lassen
  • Bei der Atmung den Fokus auf Beine, Sitzbeinhöcker und Steissbein


2. Asana / Yogastellung - Stärkung von Füsse, Beine, Becken
  • Bhumi Namaskar - Erdgruss
  • Yogaübungen im Liegen
  • Vierfüsslerstand und Bankstellung
  • Stehende Yogahaltungen und Balancen wie zB Baum, Dreieck, Held I, Held II, Vorwärtsbeuge im Stehen
  • Sitzende Yogastellungen wie zB Diamantsitz, Heldensitz, Lotossitz, Langsitz, sitzende Vorwärtsbeuge, Stellung des Kindes
  • Umkehrstellung wie Halber Schulterstand (evtl. mit Kissen zur Unterstützung des Beckens)
  • Rückenlage und Beine im rechten Winkel nach oben anheben
  • Elefantenkopfstand, Herabschauender Hund
  • Yin Positionen
  • Shavasana - Entspannung
  • Yoga Nidra Tiefenentspannung mit Fokus auf Ruhe, Vertrauen und bei sich ankommen
  • innere Bilder visualisieren wie Baum, Berg und (Mutter) Erde
3. Bhava - Gefühl, Seinszustand, Eigenschaften der Yogapraxis:

  • erdend, kräftigend
  • ruhig, langsam
  • stetig, regelmässig
  • regenerierend
  • langes Halten, langes Nachspüren
  • zuhause - im Körper sein
  • Fundament, Stabilität, Ankommen
  • Widmung, Demut
  • Stille Meditation

4. Energetische Zuordnungen:

  • Chakra / Energiezentrum: Muladhara (Wurzel)
  • Bandha / energet. Verschluss: Mula Bandha
  • Bija Mantra: LAM
  • Vayu / Wind: Apana
  • Mudra: Bhumi, Prithivi, Ashvini, Yoga Mudra
  • Dristhi / Blick: nach unten
  • Tala / Rhythmus: stetig, tief

 

Viel Freude bei der Kultivierung vom Element Erde in deiner Yogapraxis. Entwickle die Basis, stabilisiere das Fundament und lerne zu vertrauen und dich sicher aus- und aufzurichten. Im nächsten Blog geht es um das Element Wasser, viel Freude beim Lesen.

 
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