TEJAS & JYOTI
Wie du dein Inneres Licht leuchten lässt
Die winterliche Jahreszeit fordert unser inneres Leuchten heraus. Draussen ist es dunkler und kälter geworden, manchmal ein bisschen rau – und genau dann brauchen wir etwas, das in uns selbst hell bleibt, das uns von innen heraus strahlen lässt.
In meinem neuen Blogbeitrag nehme ich dich mit in die yogische Welt von Tejas und Jyoti – zwei wunderschöne Lichtqualitäten, die uns zeigen, wie wir Klarheit, Wärme und Strahlkraft in uns aktivieren können.
Wir Menschen sind lichtliebende Wesen – und genau deshalb spüren wir im Winter, wenn die Tage kürzer werden und sich die Welt ein wenig zurückzieht, ganz deutlich, wenn uns etwas fehlt. Doch Yoga erinnert uns an etwas Wunderbares: Licht ist nicht nur etwas, das im Draussen existiert. Licht ist etwas, das wir in uns selbst nähren können.
Ich teile mit dir kleine, kraftvolle Rituale, die sofort wirken: Eine Atemübung, die dich wärmt, wie ein innerer Kamin der brennt; sanfte Mini-Sequenzen für mehr Glow im Körper und ein Kerzenmoment, der sich anfühlt wie ein Lichtbad für die Seele.
Im vollständigen Blogartikel findest du:
- eine Erklärung von Tejas und Jyoti
- Inspirationen aus Indien und aus der Yogaphilosophie
- kleine Adventsimpulse, um innerlich warm zu bleiben
- praktische Rituale für jeden Tag
Tejas und Jyoti – die beiden Lichter des Yoga
Im Yoga gibt es zwei Begriffe, die diese innere Helligkeit wunderschön charakterisieren:
Tejas – das innere Feuer
Tejas ist ein Begriff, den wir aus dem Ayurveda und Yoga kennen: das innere Feuer, das Leuchten und Strahlen, Wärme und Energie, aber auch Transformation.
Die entsprechende Gottheit im Hinduismus ist Agni, der Gott des Feuers. Tejas beschreibt die innere Strahlkraft – das warme, lebendige Feuer in uns, das Mut schenkt, Kraft gibt und uns durch Herausforderungen trägt.
Es ist diese Art von innerem Glühen, das auftaucht, wenn wir ganz klar wissen, wofür wir stehen. Tejas ist das Strahlen, das von innen kommt. Es ist warm, kraftvoll, mutig. Tejas ist das Licht, das uns Energie und Willenskraft schenkt, Klarheit gibt und uns in Bewegung bringt.
Du kennst dieses Gefühl vielleicht: Nach einer guten Yogastunde, wenn dein Bauch warm ist, die Wangen glühen und du spürst: Ich bin lebendig. Das könnte man als Tejas beschreiben.
Jyoti – das Licht des Bewusstseins
Jyoti ist ein anderes Licht, eher ruhig, leise und glasklar. Es ist die Klarheit, die entsteht, wenn Gedanken sich setzen. Es steht für Weisheit, Wärme und auch Erleuchtung. Das innere „Aha“, das auftaucht, wenn wir aufhören zu wollen und zu kämpfen und beginnen zu sehen. Jyoti ist das Licht des Bewusstseins – der helle, klare Schein unserer inneren Weisheit.
Jyoti ist nicht heiss wie Feuer, sondern leuchtet ruhig, wie eine Kerze, die selbst im Wind stehen bleibt. Es ist das Licht, das uns Orientierung schenkt. Man könnte Jyoti auch als göttliches Licht beschreiben, welche hinter allem ist. Jyoti ist das innere spirituelle Licht, das in jedem wohnt.
Du kennst dieses Gefühl vielleicht: Ein heller, klarer Schein, der dich sehen lässt, was wirklich wichtig ist. Wie ein Scheinwerfer, der den Weg beleuchtet - ein inneres Aufwachen, ein Erwachen. „Jyotir aham – Ich bin Licht.“
Wie diese Lichtqualitäten in Indien gelebt werden
Reist man durch Indien – oder taucht tiefer in seine Traditionen ein – begegnet man beiden Lichtprinzipien überall:
Tejas in den Feuerritualen
In Feuerritualen wie Agnihotra oder Havan spielt das Feuer eine zentrale Rolle. Man opfert Kräuter, Körner oder Ghee (geklärte Butter) ins "Heilige Feuer", mit dem Gedanken: „Möge das, was schwer ist, transformiert werden.“ Oft geht es um spirituelle aber auch um materielle Bitten. Das Feuer wird als reinigende Kraft gesehen, die stärkt und neuen Fokus schenkt. Am Morgen, wenn die Sonne aufgeht oder Abend, wenn sie untergeht, wird in den Tempeln Aarati praktiziert. Arati ist eine Verehrungszeremonie, bei der Licht geschwenkt wird. Arati bedeutet auf Sanskrit „Huldigung“ oder „Licht“, das die Dunkelheit wegnimmt.
Jyoti im indischen Alltag
Am frühen Abend entzünden viele Familien diyas, kleine Öllampen. Sie stehen für Orientierung, Wissen und Erkenntnis. Das Licht wird nicht einfach angezündet – es wird begrüsst. Das Licht der Lampe erinnert immer wieder an das eigene innere Licht. Oft werden bei Ritualen auch kleine Schiffchen mit Butterlampen in einen heiligen Fluss, wie zB dem Ganges, entlassen. Bei dem Lichterfest Diwali funkelt und glitzert es die ganze Nacht. Bei diesem Fest wird in Indien der Sieg des Lichts über den Schatten, der Sieg der Helligkeit über die Dunkelheit gefeiert. Man befreit sich emotional und spirituell von belastenden Dingen.
Drei Rituale, um dein inneres Licht zu nähren
Nun stellt sich die Frage, wie wir die Lichtqualitäten in uns umsetzen können? Wenn der Tag mal wieder besonders dunkel ist und die Sehnsucht gross ist, nach Wärme, nach Helligkeit, nach irgendetwas, das dich von innen heraus anstrahlt, dann erinnere dich an diese beiden Kräfte: das kraftvolle Feuer und das ruhige Licht – beides tragen wir auch in uns. Und sie lassen sich aktiv stärken.
1. Atemritual am Morgen – Den inneren Kamin anzünden (Tejas)
Setze dich für zwei bis neun Minuten aufrecht hin.
Atme tief ein, und stell dir vor, warmes, goldenes Licht strömt in deinen Bauch- und Brustraum.
Mit der Ausatmung verteilst du es im ganzen Körper. Wirkt wie ein kleiner innerer Kamin.
Nach 6–8 Atemzügen merkst du bereits: Du kommst mehr bei dir an. Der Körper wird wach. Der Geist wird klar. Die Stimmung heller.
> Dies ist dein inneres Feuer, das du weckst.
2. Kerzenmoment am Abend – Für Klarheit und Frieden (Jyoti)
Zünde eine Kerze an – bewusst, bitte nicht nebenbei. Mache daraus ein tägliches Adventsritual. Setz dich vor die Kerze, lass den Blick weich werden. Stelle dir vor, das äussere Licht weckt das innere Licht.
Lass die Kerze zu deinem symbolischen „Reset“ werden: Eine Pause, ein Moment, in dem du dich wieder sortierst. Offne dich bewusst für Klarheit. Schliesse die Augen und visualisiere das Licht der Kerze im Inneren.
> Dieses kleine Ritual ist erstaunlich kraftvoll. Es bringt dich zurück zu dir.
3. Mini-Yoga-Glow – Bewegung für mehr Strahlkraft (Tejas + Jyoti)
Bewegung erzeugt Energie, und Energie erzeugt Tejas. Gleich am Morgen oder für zwischendurch:
- 20–30 Sekunden kräftiges Ausatmen (oder Kapalabhati, wenn du es kennst)
- Drei Sonnengrüsse, Surya Namaskar
- Hände aneinander reiben, bis sie heiss werden, und aufs Herz legen
- Stelle dir ein inneres Lichtbad für die Seele vor
> Es ist faszinierend, wie schnell der Körper antwortet. Das Feuer im Körper wächst, der Geist wird wach und klar – ein Zusammenspiel von Tejas und Jyoti.
>> Hier zum Lichtvollen Yoga Retreat im Dezember 2026
Fazit - Warum all das jetzt besonders wertvoll ist
Der Winter ist nicht nur dunkel – er ist eine Einladung. Eine Einladung, das Licht nicht nur im Aussen zu suchen, sondern im Innen zu entdecken. Mit yogischen Ritualen und kleinen Alltagsmomenten erinnern wir uns an die innere Helligkeit und können diese spüren, selbst wenn der Winter mal grau und kalt sich zeigt. Mit jeder bewussten Atmung, jeder kleinen Bewegung, jedem Moment vor einer Kerze erinnern wir uns daran:
Hingabe an die warme und geborgene Atmosphäre von Licht bringt Klarheit, innere Ruhe und Heilung.
„Licht ist nicht nur etwas, das wir sehen,
es ist etwas, das wir sind.”
Claudia Eva Reinig, Yogainspiration
